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Der Verein
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Wer/was ist Pro Stolpersteine Villingen-Schwenningen ?

Seit dem 12. Mai 2014 um 22.30 Uhr handelte es sich bei dieser Gruppierung um einen Verein, der sich um den Eintrag in das Vereinsregister bemühte. Er ist aus verschiedenen Runden Tischen und Bürgerzusammenschlüssen hervorgegangen mit dem Anliegen, die Stolpersteinverlegung in unserer Stadt zu verwirklichen.

Im 2. Drittel des Jahres 2014 war der Vereinseintrag erfolgreich, sodass am 15.09.2014 im Martin-Luther-Haus in Villingen die erste ordentliche Mitgliederversammlung stattfinden konnte.

Die Themen der Versammlung waren laut Tagesordnung:

  • Begrüßung durch den Vorstand
  • Feststellung der ordnungsgemäßen Einberufung und der Beschlußfähigkeit der Mitgliederversammlung
  • Bericht für die abgelaufene Zeit seit der Gründungsversammlung
  • Ergänzung der Vorstands: Wahl eines Schatzmeisters/einer Schatzmeisterin
  • Ergänzung zur Satzung: Festlegung der Mitgliederbeiträge
  • Zusammensetzung des Beirats
  • Mittelfristige Projektplanung für Herbst/Winter 2014/15:
    • Mahnwache
    • Informationsstand; weitere Öffentlichkeitsarbeit
    • Werbemaßnahmen, u.a. Entwurf zu einem Flyer
  • Verschiedenes
Bemerkung zu TOPs 4, 5 und 6: Die Gründungsversammlung hat diese Aufgaben der ersten Mitgliederversammlung übertragen


Die Gründungsmitglieder des Vereins "Pro Stolpersteine Villingen-Schwenningen",
je mit einem Stolperstein, die durch Herrn Engelke privat an den neuen Verein
gestiftet wurden.

Der Verein

Eine Vereinssatzung in der aktuellsten Ausführung steht hier zum Download bereit.

Der Verein und der Runde Tisch

Der letzte Runde Tisch vom 10.11.2015 hat beschlossen, sich aufzulösen.
Alternativ wird es durch den Verein ein offenes Forum zum Austausch geben.
Auch werden regelmäßige Treffen zum Austausch stattfinden, publiziert durch den Verein

Die Ergebnisse und Aufschriebe der Runden Tische finden Sie hier:

Der 1. Runde Tisch führt zu den Ergebnissen des Treffens vom 12.12.2014
Der 2. Runde Tisch führt zu den Ergebnissen des Treffens vom 14.01.2014
Der 3. Runde Tisch führt zu den Ergebnissen des Treffens vom 10.02.2014
Der 4. Runde Tisch führt zu den Ergebnissen des Treffens vom 17.03.2014
Der 5. Runde Tisch führt zu den Ergebnissen des Treffens vom 28.04.2014
Der 6. Runde Tisch führt zu den Ergebnissen des Treffens vom 16.06.2014
Der 7. Runde Tisch führt zu den Ergebnissen des Treffens vom 06.10.2014
Der 8. Runde Tisch führt zu den Ergebnissen des Treffens vom 10.11.2014

Mitgliedsbeiträge

Durch einstimmige Annahme der Mitgliederversammlung sind folgende Vereinsbeiträge festgesetzt worden:

PersonengruppePreis
stimmberechtigtes Mitglied30,00 €
Schüler /
(nicht-stimmberechtigte) Lebenspartner
10,00 €

Werbung in der Fußgängerzone oder "Vergebliche Liebesmüh"?

Wieviel Ablehnung ertragen zwei Menschen,die "guten Willens" sind, bis siean sich oder ihrem Tun zweifeln?

"Nein danke", "Was wollen Sie schonwieder?", "Stolpersteine, bloß nicht",antworten die Fußgänger, die anuns vorbeilaufen. Sie weichen unsaus, bei der nächsten Gelegenheitwechseln sie die Straßenseite; andereschütteln den Kopf oder tun so, alssähen sie uns und unsere Werbetafelnicht. "Haben Sie eine Minute Zeit?" fragt Herr Leute und erlebt doch nurAblehnung oder Ausflüchte.

"Was Ihr hier machen wollt, schämt Euch!", sagt ein älterer Mann, der zunächstan uns vorbeigeht. Dann kehrt er noch einmal um. Er hebt seinen Zeigefinger:"70 Jahre ist er vorbei, und nun wollt Ihr ihn uns wiederbringen den Krieg!"

Es ist ein kühler, grauer Vormittag im Dezember, als wir bei Minusgraden aufdem Latschariplatz in Villingen stehen, wie an jedem Samstag vor unserenwöchentlichen Mahnwachen. Der Platz ist Knotenpunkt unserer Stadt. DieFußgängerzone der Altstadt, in der Nähe lockt der Markt, die Geschäfte sindgut besucht, der Umsatz des Geldautomaten der Sparkasse beträchlich. Einnicht versiegender Strom von Menschen zieht an uns vorbei.

"Was sind Sie von Beruf?" fragt einer, der mir die aktuelle Weltlage erklärenwill. Auf meine Antwort "Physiker" reagiert er erstaunt. "Wie die Merkel",entfährt es ihm und schon setzt er seine Schimpferei über den UntergangDeutschlands fort. Und wir tragen dazu bei!?

Es sind herzlich wenige, die uns unterstützen. Sie sehen, wie schwer wires haben und dass wir eher Außenseiter sind mit unserem Anliegen. Einerkommt und klopft mir gönnerhaft auf die Schulter. Er wünscht uns eine Mehrheitauf unserer Seite. Doch die Mehrheit ist gegen uns.

"Darf ich Ihnen was mitgeben?" frage ich eine Frau, die einen Kinderwagenan mir vorbeischiebt. "Stolpersteine? Nee nichts für mich und nicht für hier!",sagt sie.

Ein bitterkalter Wind fegt durch die Niedere Straße, über den Latschariplatz. Vorder Sparkasse spielt jemand Gitarre, seine Mütze vor ihm bleibt leer. Wir sindheute zu zweit, um für unsere Mahnwache zu werben. Auf dem WerbeständerInformationen zur Familie Boss, die genau vor uns in der Oberen Straße1 gewohnt hat. Ein schmuckes Haus. Aber die Passanten wollen davon nichts wissen,schon gar nicht darüber reden. Sie interessieren sich für andere Themen.

Es sieht nicht gut aus für unsere Werbemaßnahme. Ein Rentnerpaar kommtvorbei. Beide in nahezu identischer Kleidung: Feinste Schuhe, Markenjackeund -hose, wie aus einem Guss. "Glauben Sie ja nicht, dass damals allesschlecht war. Ende der 30er Jahre ging es uns richtig gut. Keine Bettler undAsoziale auf den Straßen. Deutschland war mit das Beste; und jetzt?", sagtder Mann.

"War das Ihre Erfahrung?", frage ich ihn.

"Was erlauben Sie sich. Natürlich!", der Mann lässt sich nicht mehr bremsen."50 Jahre am Wiederaufbau geschuftet; jetzt kann ich nicht mehr. Und dieRente? Reicht man gerade."

Seine Frau stimmt ihm zu; ihr Kopfnicken unterstreicht jeden seiner Sätze."Die Juden", sagt sie, "haben doch alles ersetzt bekommen, und wir zahlenauch noch für Israel. Und was die tun; es ist zum Kotzen."

Weitere Minuten Diskussion mit dem Paar, dann ziehen die Rentner weiter.Ich friere und reibe mir die Hände gegeneinander; habe meine Handschuhevergessen. Herr Leute trifft Bekannte am nahen Würstchenstand. Aber auchdort spürt er die Ablehnung.

Es gibt auch Lichtblicke. Einigen Passanten gefällt, dass wir zuhören können,sie ausreden lassen. Unerwartet für Werbende, etwas Neues.

Ich erwische mich selbst bei dem Gedanken "Warum hast Du nicht Sozialpsychologiestudiert?"; wäre auch was gewesen. Statt unbeseelter Naturwissenschaft- Menschen, Mitmenschen.

Heimlich habe ich gelernt, die Vorbeigehenden in drei Gruppen einzuteilen.

Die erste Gruppe (sehr klein), das sind treue Freunde und Unterstützerjedweder Erinnerungskultur. Sie können sich vorstellen, unserem Vereinbeizutreten, hätten sie ein wenig mehr Zeit, dann kämen sie auch sicher zuunseren Mahnwachen.

Die zweite Gruppe (ebenfalls klein) besteht aus Menschen, die an derVorstellung hängen, es müsse nun doch langsam genug sein. Irgendwanneinmal den "Schlussstrich" ziehen. Sie sähen unseren Verein gern aufgelöst,unser Anliegen scheint ihnen verwerflich, unrecht.

Die dritte Gruppe (überwiegend) sind alle jene Bürger, die sich fürchten,normale Bürger unserer Stadt, keine Pessimisten, keine Enthusiasten. Siebilden die Mehrheit, sie sind schwer zu fassen. Wir müssen dazulernen.

Am Sonntagabend ist Mahnwache. Ein überschaubarer kleiner Kreis lauschtHerrn Schidelko, der über die Familie Boss berichtet. Als ich mich verabschiede,schaut eine Frau mich an. "Erinnern Sie sich? Ich war gestern bei Ihnen."

(Friedrich Engelke und Theo Leute)


 
 

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Auf der Seite Schicksale sind die Schicksale der vom Nationalsozialismus betroffenen Villinger und Schwenninger hinterlegt.